München

Das Werksviertel-Mitte – ein Stadtviertel mit ganz eigenem Flair

22. November 2021

Das Werksviertel im Münchner Osten bietet mit einer spannenden Architektur, Verbindung von Vergangenheit und Zukunft sowie einer eindrucksvollen Mischnutzung von Gebäuden, Wohnungen, Freizeit- und Grünflächen ein großes Stadtviertel mit einer klar definierten Zukunftsvision. Die Verbindung zwischen Altem und Neuem besitzt hierbei einen ganz eigenen Flair aus moderner Architektur und urbanem Leben.

Ein Viertel mit Geschichte

Das Werksviertel-Mitte hat eine bewegte Geschichte hinter sich, ursprünglich war es die Heimat der Pfanni-Produktion. Die ehemaligen Schwemmkanäle, an denen Kartoffeln angeliefert, gewaschen und in die Produktionshallen geschwemmt wurden, sind bis heute zu sehen. Die ehemalige Produktionshalle ist heute Münchens höchstes Hotel im WERK4. Beim Entlangflanieren der Speicherstraße bemerkt man das WERK 7, heute ein Musical-Theater, das vorher eine Lagerhalle für Kartoffeln war. Die Beleuchtung des Gebäudes erinnert daran, dass dort einst die Knollen unter grünem Licht aufbewahrt wurden, damit sie nicht austreiben. Wer genau hinsieht, trifft im Werksviertel-Mitte überall auf Relikte der Pfanni-Produktion und auf bewusste Reminiszenzen. Bis 1996 produzierte Pfanni in München, bis im selben Jahr die Produktion nach Mecklenburg-Vorpommern verlegt wurden.

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Partymeile zum Kreativquartier

Als Nachfolger der Pfanni-Industriehallen kamen bis zu 30 Diskos, Lokale, Spielhallen und Ateliers unter und so entwickelte sich bis Anfang der 2000er-Jahre das Weggeh- und Amüsierviertel immer weiter bis hin zu Europas größter Partymeile. Mit der Ansiedlung von Rohde & Schwarz sowie dem Aufbau von MediaWorks Munich begann eine neue Entwicklung des Gebietes. Das Bürohochhaus Medienbrücke war der erste Vorbote des modernen Areals. Somit entstand nach der Fertigstellung 2019 ein urbanes Stadtviertel mit perfekter Verbindung zu den wichtigen Verkehrsadern in München – ein Stadtviertel, das sicher bis heute stets im Handel befindet. Das sogenannte Container Collective spielt dabei eine wichtige Rolle. Mit der Vision der Vielfalt entstand das Collective und bildet hierbei einen Ort, an dem die unterschiedlichsten Menschen zusammenkommen. Dafür wurden 39 ausrangierte Schiffscontainer bereitgestellt, die nun Platz für Gastronomie, Kunst, Kultur, Einzelhandel und mehr schaffen. Und das Beste? Dieser Ort der Gemeinschaft ist stets auf der Suche nach neuen Ideen kreativer Köpfe und bietet Raum für Projekte auf Zeit und Improvisationen, aber auch Raum für Unternehmen, die aus Gewohnheiten ausbrechen wollen.

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Nachhaltigkeit wird hier gelebt

Die Nachhaltigkeit hierbei ist ein wichtiger Punkt in der Umsetzung der Ideen. Und das ist natürlich nur ein Teil des Werksviertels-Mitte. Es ist kaum übersehbar: Das fast 80 Meter hohe Riesenrad Umadum beschert den Besuchern im Viertel mit Sicherheit eines der spannendsten Blicke auf München. Des Weiteren hat das Werksviertel-Mitte in puncto Nachhaltigkeit einiges zu bieten. So wird WERK1 dezentral mit Energie versorgt. Damit dies auch möglich ressourcenschonend gelingt, hat die werkkraft GmbH ein innovatives Energiesystem aufgebaut.

Obendrein werden fast alle Viertel des Werksviertels genutzt, um möglichst viel Lebensraum an die Natur zurückzugeben. So werden Fassaden mit Höhlen für Fledermäuse und Vögel gebaut, Feuchtgebiete und Grünflächen auf Dächern installiert und mobile Insektenhotels aufgehängt. Das wohl sensationellste Dach bietet das WERK3, hier leben das ganze Jahr über Schafe, Hühner, Bienen- und Ameisenvölker. „Die hyperlokalen Eier der Hühner gibt es an einem Eierautomat zu kaufen und man kann sogar ein Eier-Abo abschließen“, erzählt uns Corinna Böck, die Leitung der Kommunikation & PR, in einem Interview. Einen Lebensraum schaffen, mit dem man etwas an die Natur zurückgeben möchte tolle Idee! Was das Werksviertel-Mitte sonst noch alles zu bieten hat, haben wir in einem Interview mit Corinna Böck zusammengefasst.

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