München

Nachhaltig in die Berge

9. Juni 2022

Der Sommer ist in Sicht und der Bergfex macht sich auf die Socken. Allerdings: Wandern, Spazierengehen oder Richtung Gipfel gondeln sind auch immer Eingriffe in die Natur. Umso wichtiger ist es, hier ein paar Regeln einzuhalten. Schließlich wollen wir noch möglichst lange über Wiesen und Almen streifen, zwischendurch die Brotzeit auspacken, die frische Luft einatmen und unvergessliche Blicke genießen. Ziele rund um München gibt es ja wie Sand am Meer. Und was besonders toll ist: Sie erreichen ganz viele davon, ohne im Stau zu stehen, wenn Sie die Bahn oder den Bus nehmen. Oder wenn Sie gleich von zu Hause aus loslaufen oder -radeln. Hier sind unsere Tipps, wie Sie nachhaltig unterwegs sein können:

Umweltfreundlich anreisen

Wie klingt das – keinen Parkplatz suchen müssen, Sprit und Nerven sparen, während der Fahrt entspannt aus dem Fenster blicken, lesen, schlafen, Musik hören? Alles machbar, wenn Sie mit den öffentlichen Verkehrsmitteln in die Berge fahren. Meistens geht das sogar noch schneller. Und noch einen großen Vorteil hat die Reise per Bus oder Bahn: Sie können von einer anderen Station wieder zurück nach Hause fahren. Ob Wallberg, Jochberg, Blomberg, Auerspitz, Geigelstein, Rotwand, Herzogstand, Kampenwand, Karwendel oder Kaiserberge – Ziele gibt es viele.
Mit der Bahn:
alpenverein-muenchen-oberland.de
bergwelten.com
wir-entdecken-bayern.de
sueddeutsche.de,
bahn-zum-berg.de
bergtour-online.de

Mit dem Bus:
alpenverein-muenchen-oberland.de

Auf den Wegen bleiben

In Ihnen steckt womöglich ein Abenteurer. Allerdings: Die Natur hat es nicht so gern, wenn man einfach durch sie hindurchtrampelt. Auch die frei lebenden Tiere schätzen ihre Privatsphäre. Es gibt so viele schöne, aufregende und versteckte Pfade, die von Alpenvereinen, Naturschützern und Gemeinden herausgesucht und markiert wurden. Und bestimmt erleben Sie auch auf diesen Wegen das ein oder andere Abenteuer.

Auf nachhaltige Wanderausrüstung achten

Klar ist die richtige Ausrüstung wichtig. Sie frieren oder schwitzen nicht, Sie werden besser gesehen, haben einen sicheren Tritt, bekommen keine Blasen an den Füßen. Aber auch bei der Wanderkluft kann man auf Nachhaltigkeit achten, vom Stirnband über die Stöcke bis hin zur Socke. Faustregel: Wenn Sie etwas Neues kaufen, achten Sie auf Qualität und Langlebigkeit, recycelte Materialien und umweltfreundliche Herstellung. Bei der Münchner Marke PYUA etwa finden Sie stylishe und zweckmäßige Outdoorbekleidung, die rezirkuliert wird, also am Ende des Produktkreislaufs geschreddert sowie eingeschmolzen und zu neuen Fasern verarbeitet werden kann. Auch secondhand gibt es viele gute Teile. Oder Sie leihen sich Ihr Equipment ganz einfach aus.

Achtsam Brotzeit machen bzw. einkehren

Kaufen Sie für die Brotzeit möglichst regionale Produkte, vielleicht ja sogar vegetarische oder vegane. Verwenden Sie Boxen und Papierverpackungen anstelle von Frischhalte- und Alufolie oder Plastiktüten. Tee und/oder Wasser können Sie gut in geeigneten Flaschen mitnehmen. Manche Höfe bieten auch vor Ort Hausgemachtes wie Käse, Wurst, Eier oder Obst an. Ob Hütten Wert auf Nachhaltigkeit, Regionalität und ökologische Berglandwirtschaft legen, erkennen Sie zum Beispiel an der Auszeichnung „So schmecken die Berge“.

Müll vermeiden oder wieder mitnehmen

Es ist schon verlockend, den Apfelbutzen oder die Bananenschale einfach den Hang hinunterzuwerfen. Verrottet doch, mag der ein oder andere denken. Das stimmt prinzipiell. Doch zum Teil dauert es sehr lange. Bis zu fünf Jahre etwa bei einer Bananenschale. Manches zersetzt sich niemals. Babywindeln überleben 500 bis 800 Jahre, Glasflaschen tausende von Jahren. Auch Zigarettenstummel, Taschentücher, Toilettenpapier, Dosen, Flaschen, Kaugummis etc. gehören nicht in die Natur. Also: Alles wieder mit nach Hause nehmen oder materialgerecht entsorgen.
Ein Blick auf diese Verrottungstabelle klärt auf:
alpenverein.at/pdf

Tiere und Natur respektieren

Stellen Sie sich vor, jemand käme einfach zu Ihnen nach Hause und würde sich auf Ihr Sofa setzen, Ihre Vorräte plündern, Ihre Wände bemalen oder nachts Lärm machen. Nicht so schön. Tiere und Pflanzen empfinden ähnlich. Die Natur ist ihre Heimat. Meiden Sie die Dämmerung, lassen Sie schöne Blumen stehen, brechen Sie keine Äste ab, ritzen Sie keine Namen, Herzen oder Sonstiges in Bäume und nehmen Sie keine Steine mit nach Hause.

Sie möchten länger unterwegs sein? 19 außergewöhnliche Urlaubsorte mit höchstem Anspruch an Nachhaltigkeit und umweltfreundlicher Mobilität finden Sie hier: alpine-pearls.com

Dieser Beitrag könnte Sie auch interessieren: Wenn der Berg ruft

Diesen Artikel teilen