Finanzen

Ohne Risiko zum Gebrauchtwagen: So gehen Sie bei der Bezahlung auf Nummer sicher

00. Januar 2021

Nie war es so bequem wie heute, einen Gebrauchtwagen zu kaufen: Dank Internet braucht man nicht lange bei Händlern herumzusuchen oder Kleinanzeigen in zahlreichen Blättern zu durchforsten, sondern kann sich bequem am PC oder Tablet über das riesige Angebot informieren, sogar europaweit.

So weit, so gut. Doch wenn das Wunschfahrzeug gefunden ist und der Kauf unter Dach und Fach gebracht werden soll, stellt sich eine mitunter knifflige Frage: Wie bezahlen? Nicht immer ist der Verkäufer so seriös, wie er sich gibt – und gerade bei Online-Angeboten kommt es immer wieder vor, dass Interessenten über den Tisch gezogen werden. Deshalb ist grundsätzlich Vorsicht geboten, selbst wenn Sie das Schnäppchen direkt auf dem Hof eines Händlers entdeckt haben.

Wie Sie als Käufer kein Risiko eingehen und der Kaufabschluss problemlos über die Bühne geht, zeigen wir in diesem Artikel auf.

Kann man mit Bargeld was falsch machen?

Die meisten Automobilclubs empfehlen Bargeld als sicherste Zahlungsmethode. Der Vorteil dabei ist das sogenannte Zug-um-Zug-Verfahren: Nach Unterzeichnung des Kaufvertrags nimmt der Verkäufer das Geld in Empfang und der Käufer bekommt im Gegenzug den Gebrauchtwagen, die Schlüssel und die Fahrzeugpapiere. Ein simples und solides Tauschgeschäft also, wie es seit Jahrhunderten üblich ist. Allerdings hat es den Nachteil, dass Sie zuerst Geld abheben und es dann bis zur Übergabe mit sich herumtragen müssen. Gerade bei höheren, womöglich fünfstelligen Kaufpreisen kann damit ein mulmiges Gefühl verbunden sein.

Viele Experten raten deshalb, dass sich beide Parteien auf dem Parkplatz der Bank oder Sparkasse des Käufers treffen sollten. Als Käufer können Sie so das Geld direkt abheben und weiterreichen … und der Verkäufer – der Sie ja genauso wenig kennt wie Sie ihn – hat die Gewissheit, keine „Blüten“ zu erhalten, wenn er beim Abheben dabei ist.

Den gewünschten Betrag am besten vorbestellen

Ein wichtiger Tipp: Stellen Sie im Vorfeld sicher, dass Ihnen der Kaufbetrag auch tatsächlich ausgezahlt werden kann. Bei der Stadtsparkasse München können Sie zwar innerhalb Ihres Verfügungsrahmens jederzeit Geld am Schalter abheben – höhere Summen sollten Sie aber trotzdem bei Ihrer Filiale vorbestellen, denn nicht immer sind die gewünschten Beträge umstandslos verfügbar.

Standardüberweisungen sind meistens heikel

Und wie wäre es, den Kaufpreis einfach zu überweisen? Auf den ersten Blick scheint das naheliegend, doch es hat immer einen Haken, egal, wie Sie es anfangen: Wenn Sie im Voraus zahlen, ohne das Fahrzeug gesehen zu haben, ist das Geld erst einmal weg – sei es der volle Preis oder eine Anzahlung. Dann können Sie nur hoffen, es mit einem ehrlichen Verkäufer zu tun zu haben. Nicht selten existiert das beschriebene Fahrzeug gar nicht, hat Mängel oder wurde mit einem geschönten Foto präsentiert. Und wenn ein Betrüger Ihr Geld nimmt und damit abtaucht, haben Sie kaum eine Chance, es wieder zurückzubekommen.

Dasselbe Risiko betrifft auch Bargeldtransfers, wie sie verschiedene Unternehmen anbieten. Sie sind zudem übermäßig teuer; teilweise werden bis zu 15 Prozent der Transaktionssumme fällig. Auf eine Überweisung nach der Fahrzeugübergabe wiederum wird sich der Verkäufer in der Regel nicht einlassen – schließlich kann er ja nicht sicher sein, ob er sein Geld dann auch wirklich bekommt.

Geldtransfer in Sekundenschnelle: die Echtzeit-Überweisung

Als Ideallösung – sogar noch besser als Bargeld – empfiehlt sich deshalb die Echtzeit-Überweisung, wie sie die Stadtsparkasse München anbietet. Damit läuft die Transaktion blitzschnell ab: Innerhalb weniger Sekunden, nachdem Sie den Auftrag bestätigt haben, sieht der Begünstigte das Geld auf seinem Konto und kann sofort darüber verfügen. Wenn Sie innerhalb von 20 Sekunden keine negative Nachricht oder Ablehnung erhalten, bedeutet das die Bestätigung des Zahlungseingangs auf dem Empfängerkonto.

Bis 100.000 Euro pro Transaktion sind möglich

Auf diese Weise können Sie auch einen Gebrauchtwagen direkt vor Ort bezahlen – bargeldlos, sicher und nachweisbar. Der seit Juli 2020 geltende Höchstbetrag von 100.000 Euro pro Transaktion sollte für einen Autokauf allemal ausreichen, wenn Sie es nicht gerade auf einen sündteuren Oldtimer abgesehen haben. Das Verfahren funktioniert per Online- und Mobile-Banking und steht Ihnen jederzeit zur Verfügung, rund um die Uhr und an 365 Tagen im Jahr. Überdies ist es erfreulich günstig: Pro Überweisung zahlen Sie nur eine geringe Zusatzgebühr von 52 Cent.

Anzahlungen immer schriftlich festhalten

Generell gilt bei allen Zahlungsweisen, dass die gesamte Kaufsumme erst bei Übernahme des Fahrzeugs gezahlt werden sollte. Wenn Sie fürchten, ein Schnäppchen zu verpassen und sich Ihr Traumauto unbedingt vorab per Anzahlung sichern wollen: Lassen Sie sich den Betrag unbedingt quittieren und den Ausweis des Halters sowie den Fahrzeugbrief zeigen. Außerdem sollte der Kaufvertrag aufgesetzt und darin die Anzahlung vermerkt werden.

Wenn Sie diese Tipps beherzigen, sollte alles problemlos und sicher ablaufen. Wir wünschen Ihnen viel Erfolg bei der Suche, einen guten Gegenwert für Ihr Geld und ungetrübte Freude mit Ihrem Gebrauchtwagen.

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