Finanzen

Wie Existenzgründer einen Businessplan schreiben

14. September 2020

Wer sich selbstständig machen möchte, muss wissen, ob sich das rechnen wird. Dafür ist ein Businessplan ein gutes Instrument. Er hilft außerdem dabei, eine Finanzierung zu bekommen, wenn die Unternehmensgründung so teuer wird, dass man sie nicht allein stemmen kann.

Natürlich können Sie theoretisch einfach einen Laden mieten und dort Blumen, Papierwaren oder selbst hergestellte Bonbons verkaufen. Ob Sie damit allerdings erfolgreich sein werden, ist eine andere Frage. Denn schließlich wollen Sie von Ihrem Unternehmen leben – selbst, wenn es vielleicht nur ganz klein ist. Das heißt, Sie müssen sich im Vorfeld einige Gedanken darum machen, wie wirtschaftlich Sie arbeiten werden.

Dazu ist ein Businessplan ein gutes Hilfsmittel. Er zwingt Sie dazu, die Unternehmensgründung detailliert durchzuspielen. Je intensiver Sie sich damit befassen, desto eher können Sie selbst erkennen, ob sich die Gründung lohnen wird. Falls ja, ist der Businessplan auch eine gute Grundlage, um bei Ihrer Sparkasse einen Kredit zu beantragen, der Ihren Geschäftsideen die nötigen Flügel verleiht

So schreiben Sie einen Businessplan

Nehmen Sie sich Zeit, um den Businessplan zu schreiben. Je mehr Sie sich mit dem Thema auseinandersetzen, desto eher werden Sie selbst erkennen, wo die Stärken und wo die Schwächen Ihrer Geschäftsidee liegen. Grundsätzlich gehören in einen Businessplan Informationen zum Produkt oder zur Dienstleistung, zur Konkurrenz, zum Marketing, zur Rechtsform und zur Finanzierung – sowie noch einige Dinge mehr. Diese Checkliste kann für Sie ein Einstieg sein:

  1. Was haben Sie vor? Die Zusammenfassung Ihrer Geschäftsidee, die Ziele für die ersten Jahre sowie die Erfolgs- und die Risikofaktoren gehören zwar an den Anfang des Businessplans, Sie schreiben sie aber sinnvollerweise erst im Nachhinein, nämlich dann, wenn Sie alle nötigen Informationen zusammengetragen haben.
  2. Wer sind Sie? Beschreiben Sie, warum Sie für die Umsetzung Ihrer Idee geeignet sind: Kennen Sie die Branche? Haben Sie Berufserfahrung? Nennen Sie auch Ihre Defizite. Erläutern Sie, wie Sie diese ausgleichen wollen.
  3. Was ist Ihr Produkt oder Ihre Dienstleistung? Womit wollen Sie künftig Ihr Geld verdienen? Schreiben Sie hier, welche bürokratischen und gesetzlichen Hürden Sie noch nehmen müssen und wann Ihre Firma starten soll. Welche Ziele wollen Sie in den kommenden Monaten, in zwei und in fünf Jahren erreichen? Was ist das Besondere an Ihrem Produkt? Seien Sie so genau wie möglich in der Beschreibung.
  4. Wer sind Ihre Kunden? Beschreiben Sie sie so genau wie möglich. Wie kaufen sie ein: online oder örtlich? Wo leben sie: in der Nähe oder außerhalb Ihres Einzugsgebietes? Wie viel Geld haben sie?
  5. Wie ist die Konkurrenzsituation? Beschreiben Sie, warum gerade Ihre Idee sich durchsetzen wird. Prüfen Sie, welche Firmen in Ihrer Nähe und im Internet ein ähnliches Produkt oder eine ähnliche Dienstleistung anbieten. Wo sind Sie besser oder schlechter als die Konkurrenz? Können Sie beim Preis und bei der Qualität mithalten?
  6. Wo verkaufen Sie? Benötigen Sie einen echten Firmenort mit Laden, einer Praxis oder Büros – oder reicht ein virtueller Verkaufsplatz? Falls Sie in der Offline-Welt ein Geschäft eröffnen, müssen Sie den passenden Standort finden: Kommt dort Laufkundschaft vorbei? Ist die Miete oder Pacht bezahlbar? Gibt es Parkplätze oder eine gute ÖPNV-Anbindung? Beschreiben Sie die Vor- und die Nachteile.
  7. Wie verkaufen Sie erfolgreich? Machen Sie sich jetzt Gedanken darüber, wie Sie den Preis berechnen. Wird er hoch genug sein, um die Kosten zu decken und davon leben zu können? Und ist er gleichzeitig so, dass Sie sich gegen die Konkurrenz durchsetzen werden? Wie kommt Ihr Produkt zum Kunden? Und wie der Kunde zum Produkt? Was planen Sie, um Ihr Produkt beziehungsweise Ihre Dienstleistung bekannt zu machen?
  8. Wie groß wird die Belegschaft sein? Falls Sie ein Ein-Mann-Betrieb sein werden, ist natürlich alles deutlich einfacher. Dann buchen Sie sich im Zweifelsfall Hilfe beispielsweise von Rechtsanwälten und Steuerberatern hinzu. Falls Sie aber Angestellte haben werden, benötigen Sie ein Organigramm. Achten Sie darauf, dass bei jeder Person die entsprechende Qualifizierung deutlich wird – speziell auf der Führungsebene. Legen Sie fest, wann der richtige Zeitpunkt ist, neue Mitarbeiter einzustellen.
  9. Welche Rechtsform passt zu Ihnen? Lassen Sie sich über Vor- und Nachteile beraten, wenn Sie sich mit diesem Thema nicht auskennen.
  10. Wie sind Ihre Chancen? Listen Sie alle Argumente für eine Erfolg versprechende Gründung auf. Und nennen Sie alle Probleme sowie deren mögliche Lösungen.
  11. Wie finanzieren Sie das? Seien Sie ehrlich! Sie selbst haben am wenigsten davon, wenn Ihre Gründung scheitert. Also: Wie viel Geld müssen Sie leihen? Was bringen Sie selbst ein? Gibt es Förderprogramme, die für Sie hilfreich sind? Haben Sie die Möglichkeit, Computer oder Auto zu leasen? Haben Sie Sicherheiten? Stellen Sie außerdem die monatlichen Kosten den geschätzten Einnahmen gegenüber. Wie wird sich Ihr Umsatz in den kommenden Jahren entwickeln? Können Sie vom Gewinn leben?

Falls der Businessplan bei Ihrer Sparkasse eingereicht werden soll, denken Sie auch daran, alle Vertragsentwürfe vorzulegen, also beispielsweise den Pacht-, Gesellschafter-, Leasing- oder Mietvertrag. Legen Sie auch Ihren Lebenslauf bei. Das Bundeswirtschaftsministerium bietet auf der Internetseite existenzgruender.de noch viele weitere Informationen für Gründer, auch speziell zum Thema Businessplan.

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