München

Virtuell zum Arzt

16. November 2020

Was lange als Vision galt, wird mehr und mehr Wirklichkeit: „Online-Besuche“ in einer Arztpraxis und Beratungen per Chat. Eigentlich logisch ist es zudem, dass durch die Corona-Krise die digitale Sprechstunde eine neue Bedeutung erreicht. Keine Praxis betreten müssen, kein öffentliches Verkehrsmittel benötigen, nicht im Wartezimmer sitzen – Aspekte wie diese sprechen gerade jetzt für digitale Varianten. Dann mal los: Geben Sie doch mal Begriffe wie „Online-Sprechstunde“, „Videosprechstunde“ oder „digitale Sprechstunde“ im Internet ein! Gut möglich allerdings, dass Ihnen da zunächst ein „Aua“ oder „Oh weh“ entwischt, denn Sie werden Websites entdecken wie Sand am Meer. Welcher kann man vertrauen? Wer oder was ist zertifiziert? Was kostet eine Online-Konsultation und findet man da überhaupt einen Spezialisten und einen Arzt, auf den man sich verlassen kann?

Kry und jameda sind zwei der ganz Großen

Zwei Portale lohnen einen genaueren Blick: Kry und jameda. Kry kommt aus Schweden, ging 2015 an den Start, zählt zu den Vorreitern in Sachen digitaler Arztbesuch und ist inzwischen zum europäischen Marktführer avanciert. Kry ist TÜV-zertifiziert und bei der Kassenärztlichen Vereinigung Bayerns (KVB) gelistet, agiert weltweit und kooperiert mit lokalen und langjährig erfahrenen Fachärzten und Apotheken. Wer im Register diverser Symptome und Krankheiten keine Antwort findet, kann sie sich im Chat mit Spezialisten holen. Die Wartezeiten sind kurz, die Krankenkasse übernimmt die Kosten, Rezepte werden online übermittelt und können dann in der nächsten Apotheke eingelöst werden.

jameda ist Ihnen vielleicht als Bewertungsportal für Ärzte ein Begriff. Doch das im Jahr 2007 gegründete Unternehmen ist mittlerweile längst mehr. So finden Sie hier nicht nur einen geeigneten Arzt, ein Lexikon sowie einen Expertenratgeber und können bei teilnehmenden Praxen Arzttermine online buchen, sondern Sie können auch per Videosprechstunde einen Arzt konsultieren. Die Liste ist umfassend vom Augenarzt über den Heilpraktiker bis hin zum Zahnarzt. Identifizieren Sie sich zu Beginn des Gesprächs mit Ihrer Krankenversicherungskarte, zahlt auch hier die Krankenkasse Ihren „Arztbesuch“.

In Bayern hat Telemedizin einen hohen Stellenwert

Der Freistaat Bayern hat bereits rund 60 telemedizinische Projekte unterstützt. „Gerade im Gesundheitsweisen eröffnet die fortschreitendende Digitalisierung neue Möglichkeiten“, bekräftigt Staatsministerin Melanie Humel. Telemedizin ist für sie ein „Paradebeispiel“ oder ganz bildhaft ein „Schrittmacher des Gesundheitswesens“. Auch die KVB schätzt telemedizinische Leistungen wie die Videosprechstunde als eine sinnvolle Hilfe und erkennt sie seit April 2019 in vollem Umfang und für alle Indikationen an. Begründung: So müssen Patienten nicht für jeden Termin in die Praxis kommen, sparen sich lange Anfahrtswege, können sich nach Operationen bequem die weitere Therapie erläutern oder den Heilungsprozess einer Operationswunde begutachten lassen.

Na dann: „Krya“ – wie es auf Schwedisch heißt. Auf Deutsch: Gute Besserung!