München

Schreibtisch im Homeoffice – aber richtig!

13. Juli 2020

Ein Designer-Tisch aus schwarzem Eschenholz oder mattweißem Linoleum, schlanke Chrombeine, vielleicht sogar höhenverstellbar, dazu Stauraum im Rollcontainer – das klingt nach einem schicken Look für das heimische Büro. Die Realität kann da oft nicht mithalten: ein Esstisch, ein Stuhl, ein Laptop – spartanisch, improvisiert und unbequem. Aber wie sieht tatsächlich ein Schreibtisch mit Wohlfühl- und Produktivitätsfaktor aus?

Das Homeoffice wird wohl auch nach der Corona-Pandemie für viele Beschäftigte zum Arbeitsalltag gehören. Das Soziale Netzwerk Twitter erklärte vor Kurzem der Tageschau: „Wenn unsere Beschäftigten in der Lage sind von Zuhause zu arbeiten und sie damit weitermachen wollen, werden wir das möglich machen.“ So verändern gerade viele Unternehmen ihre Denkweise – die Arbeitswelt wird flexibler. Gerade deswegen hat der Schreibtisch als Arbeitsplatz eine größere Aufmerksamkeit verdient.

Ein Esstisch mit Stuhl hat natürlich Nachteile gegenüber der professionellen Ausstattung am Firmensitz. Wenn dann noch die Beleuchtung nicht stimmt, der Drucker fehlt, die Bildschirme kleiner sind oder das WLAN schwach, ist die Voraussetzungen für effektives Arbeiten nicht gegeben.

Tipps für Schreibtische und Umfeld

Ob Sie jetzt einen Designer-Schreibtisch bevorzugen – oder doch lieber beim Möbeldiscounter einkaufen: Die Auswahl attraktiver Schreibtische ist gigantisch. Und: Auch bei günstigen Händlern kann man hervorragende Objekte kaufen. Eine Kaufempfehlung kann dieser Artikel nicht geben, dafür gibt es entsprechende Fachmagazine. Was aber für alle Schreibtische gilt, sind Dinge wie die Höhe, Flexibilität und die zweckmäßige Verwendung:

  • Höhe: Diese sollte etwa bei 72 Zentimeter liegen, die Arbeitsflächengröße idealerweise 160 mal 80 Zentimeter betragen – oder gerne auch mehr.
  • Flexibilität: Ein höhenverstellbarer Tisch eignet sich bestens, um seine individuelle Größe einstellen zu können. Und: Wie wäre es damit auch mal im Stehen zu arbeiten? Zu langes Sitzen ist bekanntlich ungesund. Eine Kombination aus Sitzen, Stehen und Bewegung dürfte während der Arbeit die größten Vorteile mit sich bringen.
  • Ordnung: Auf dem Schreibtisch sollte nur das liegen, was auch im tagtäglichen Gebrauch ist. Alles andere besser in Schreibtisch-Organizern, Regalen oder Rollcontainern verstauen. Drucker sollten auf einem separaten Tisch stehen.

Wie wäre es mal mit Arbeiten im Stehen?

Zu einem attraktiven und gesunden Homeoffice gehört allerdings mehr als nur ein Tisch. Hier einige Empfehlungen für Bürostuhl und Umfeld

  • Für den Arbeitsplatz daheim ist generell zu empfehlen: viel Tageslicht, wobei die Blickrichtung zum Bildschirm möglichst parallel zum Fenster verlaufen sollte. Zudem verschafft eine flexible Lampe eine zusätzliche Punktbeleuchtung.
  • Stuhl: Der ideale Bürostuhl sollte eine nach vorn neigbare Sitzfläche haben, höhenverstellbar sein und eine ergonomisch geformte Rückenfläche in Gestalt der sogenannten Lordosestütze. Physiotherapeuten sprechen auch von einem lordosetaktilen Reiz, also einem Berührungsreiz, der an eine aufrechte, muskulär gestützte Körperhaltung erinnern soll.
  • Grünpflanzen auf dem Schreibtisch oder der Fensterbank können helfen, die Produktivität zu steigern. Der Kontrast zwischen der Farbe Grün und dem hellen Bildschirm wirkt beruhigend. Zudem produzieren die Pflanzen Sauerstoff, erhöhen die Luftfeuchtigkeit in trockenen Räumen – und einige filtern sogar Schadstoffe aus der Luft.

Beim Bildschirm ist der Kontrast wichtig

Die idealen Lichtverhältnisse daheim liegen zwischen 400 und 600 Lux. Um die Augen zu schonen, sollte man dabei auf hohe Kontraste zwischen Bildschirmhelligkeit und Raumbeleuchtung verzichten. Stattdessen sollte man beim Bildschirm auf eine gute Kontrastierung achten, da dies die Sehschärfe steigert. LCD-Bildschirme, die reflex-, strahlungs- und flackerfrei sind, gehören schon seit vielen Jahren zum Standard. Entspanntes Arbeiten findet bei einem Abstand zwischen Auge und Bildschirm im Bereich von 50 bis 70 Zentimetern statt. Regelmäßige augenärztliche Kontrollen tragen dazu bei, frühzeitig Sehbeschwerden zu vermeiden.

Viele Arbeitsformen, ein Schreibtisch

Letztlich muss der Arbeitsplatz auch den Vorschriften des jeweiligen Arbeitgebers genügen. Beim Deutschen Sparkassenverlag zum Beispiel sind die verschiedenen Arbeitsformen mobiles Arbeiten und Telearbeit unterschiedlich geregelt. Bei der Telearbeit muss der Mitarbeiter explizit einen Raum zu Hause als dauerhafte und für die Arbeit geeignete Arbeitsstätte vorweisen. Dieser muss den Anforderungen des Arbeitsschutzgesetzes, der Arbeitsstättenverordnung, der Bildschirmarbeitsverordnung, der Unfallverhütungsvorschriften und weiteren einschlägigen Bestimmungen, einschließlich des Datenschutzes und der Informationssicherheit gerecht werden.

Davon unabhängig ist es ratsam, sich einen Arbeitsplatz zu schaffen, der die Produktivität fördert und Motivation steigert. Und das ist wichtig, in diesen Zeiten, in denen die Art zu arbeiten sich enorm verändert.