Finanzen

Weltspartag am 29. Oktober: Die Wege ändern sich, die Ziele bleiben

25. Oktober 2021

Viele Leser werden sich noch aus eigenem Erleben daran erinnern: Weltspartag – das war der Tag im Jahr, an dem man als Kind sein gefülltes Sparschwein (oder seine Spardose) zur Bank brachte und die angesammelten Münzen auf ein Konto einzahlte. Zur Belohnung gab es dann kleine Geschenke wie Luftballons, ein neues Sparschwein, Spielzeug oder Schulbedarf. Das ist im Ansatz noch immer so – aber Hintergrund, Ausrichtung und Möglichkeiten des Sparens haben sich in den letzten Jahrzehnten dennoch deutlich gewandelt.

Was ist geblieben, was ist anders oder neu? Werfen wir dazu einen kurzen Blick auf die fast einhundertjährige Geschichte des Weltspartags (Hintergrundinformationen finden Sie auch auf der Internetseite der deutschen Sparkassen).

Viele Leser werden sich noch aus eigenem Erleben daran erinnern: Weltspartag – das war der Tag im Jahr, an dem man als Kind sein gefülltes Sparschwein (oder seine Spardose) zur Bank brachte und die angesammelten Münzen auf ein Konto einzahlte. Zur Belohnung gab es dann kleine Geschenke wie Luftballons, ein neues Sparschwein, Spielzeug oder Schulbedarf. Das ist im Ansatz noch immer so – aber Hintergrund, Ausrichtung und Möglichkeiten des Sparens haben sich in den letzten Jahrzehnten dennoch deutlich gewandelt.

Was ist geblieben, was ist anders oder neu? Werfen wir dazu einen kurzen Blick auf die fast einhundertjährige Geschichte des Weltspartags (Hintergrundinformationen finden Sie auch auf der Internetseite der deutschen Sparkassen).

Am Anfang stand der Inflationsschock

Zu Beginn der 1920er-Jahre geriet Deutschland als Verlierer des Ersten Weltkriegs immer mehr in einen wirtschaftlichen Abwärtsstrudel. Die Inflation grassierte mit atemberaubendem Tempo; die Preise für so alltägliche Dinge wie Brot stiegen innerhalb von Monaten in den siebenstelligen Bereich. Erst die Währungsreform von 1923 – ein harter, aber notwendiger Schnitt – brachte die Geldwertstabilität wieder zurück. Und trotzdem: Ans Sparen dachte im Rückblick auf die erlittenen Verluste damals kaum noch jemand. Im Gegenteil, aus Angst vor einer neuen Inflation gab man sein Geld, sobald es verdient war, lieber möglichst schnell wieder aus.

Der Tag der großen Wende: 31. Oktober 1924

In Italien war die Lage nicht viel anders. Die Cassa di Milano lud deshalb im Jahr 1924 Sparkassen-Vertreter aus ganz Europa zu einem internationalen Kongress nach Mailand ein. Dieser Veranstaltung wohnten 354 Delegierte aus 27 Ländern bei. Sinn und Zweck war es, den Menschen, insbesondere Kindern und Jugendlichen, das Sparen wieder schmackhaft zu machen und die Bedeutung des Sparens auf der ganzen Welt zu verbreiten. Damit verband sich ein Ziel und ein Appell: Mit kleinen Beträgen über die Jahre ein Vermögen aufbauen – und so den Wert des Geldes schätzen lernen.
Am Schlusstag des Kongresses, dem 31. Oktober 1924, gründeten die Delegierten das Internationale Institut des Sparwesens – das heutige Weltinstitut der Sparkassen. Gleichzeitig beschlossen sie, dieses Datum zum „World Thrift Day“, auf Deutsch Weltspartag zu erklären. Geschaffen werden sollte damit, so der Text der abschließenden Resolution, ein „Tag der Arbeit, an dem die Handlungen aller von dem Ideal der Sparsamkeit erfüllt sein sollen“.

Seit der Deutschen Einheit ist Schluss mit Alleingängen

In Deutschland hatte der Weltspartag bis zur nationalsozialistischen Machtergreifung 1933 Bestand, dann wurde er zum Nationalen Spartag und später zum Deutschen Spartag umfunktioniert. Der erste Weltspartag nach dem Krieg fand in den westlichen Besatzungszonen vier Monate nach der Währungsreform 1948 statt. Er gab Anlass zur Solidaritätsbekundung mit den Kleinsparern, die durch die Währungsreform große Verluste hinnehmen mussten. Die DDR führte etwas Ähnliches Jahre später unter dem Namen Sparwochen ein. Seit der Wiedervereinigung begeht ganz Deutschland wieder den Weltspartag unter seinem angestammten Namen.

Seit der Deutschen Einheit ist Schluss mit Alleingängen

In Deutschland hatte der Weltspartag bis zur nationalsozialistischen Machtergreifung 1933 Bestand, dann wurde er zum Nationalen Spartag und später zum Deutschen Spartag umfunktioniert. Der erste Weltspartag nach dem Krieg fand in den westlichen Besatzungszonen vier Monate nach der Währungsreform 1948 statt. Er gab Anlass zur Solidaritätsbekundung mit den Kleinsparern, die durch die Währungsreform große Verluste hinnehmen mussten. Die DDR führte etwas Ähnliches Jahre später unter dem Namen Sparwochen ein. Seit der Wiedervereinigung begeht ganz Deutschland wieder den Weltspartag unter seinem angestammten Namen.

Kommen Sie vorbei, wir freuen uns auf Sie

Bei vielen Geldinstituten, vor allem bei überregionalen Banken, spielt der Weltspartag mittlerweile keine Rolle mehr. Ausnahmen bilden Genossenschaftsbanken wie die Volks- und Raiffeisenbanken und die Sparkassen. Auch in diesem Jahr feiern die Sparkassen den Weltspartag und führen seine Tradition fort. Denn egal ob kleine oder große Summen, ob Kinder oder Erwachsene: Wir freuen uns auf unsere Kunden, die uns am 29. Oktober besuchen. Entdecken Sie unsere Angebote zum Weltspartag und lassen Sie sich individuell beraten!

Das abweichende Datum ergibt sich übrigens daraus, dass der 31. Oktober in manchen Bundesländern ein Feiertag ist (Reformationstag). Deshalb wird der Weltspartag in Deutschland vorgezogen, nämlich auf den letzten Arbeitstag vor dem 31. Oktober. Im Rest Europas wird er am nächstfolgenden Arbeitstag gefeiert – außer in Frankreich, wo man diese Tradition heute nicht mehr pflegt. In anderen Teilen der Welt wiederum ist der Weltspartag schlicht deswegen in Vergessenheit geraten, weil er mit Halloween zusammenfällt.

Am Freitag, den 29. Oktober 2021, findet der nächste Weltspartag statt. Doch die Aktionsangebote können Sie jetzt schon nutzen.

Unser Service: Am 29. Oktober 2021 haben alle Filialen und Beratungs-Center von 9-16 Uhr für Sie geöffnet. Kommen Sie vorbei!

Sparen – nach wie vor wichtig und aktuell

Ganz anders in Deutschland: Wir gelten traditionell als Sparweltmeister – und tatsächlich hat über die Hälfte der Deutschen noch immer eine Spardose zu Hause. Daneben sind vor allem das Girokonto und das Sparbuch verbreitet, obwohl sie momentan kaum noch Zinsen abwerfen: Ende 2020 betrugen die Spareinlagen der privaten Haushalte rund 545,7 Milliarden Euro. Zwei Jahre zuvor waren es allerdings noch 40 Milliarden Euro mehr. Das zeigt, dass sich Bank- und Sparkassenkunden zunehmend die Frage stellen: Lohnt sich Sparen überhaupt noch? Schließlich wiegen die Zinserträge nicht einmal mehr die Preissteigerung auf – wozu also noch Geld auf einem Sparkonto horten? Sollte man es nicht besser ausgeben, bevor die Inflation es auffrisst?

Es geht darum, sich ein Polster zu schaffen

All diese Fragen lassen sich eindeutig weder mit Ja noch mit Nein beantworten. Für Kinder – die sich mit Zinsen oder komplexeren Geldanlagen noch nicht auskennen – hat die gute alte Sparbüchse oder das Sparschwein sicherlich einen vernünftigen pädagogischen Zweck: Sie erzieht dazu, ein finanzielles Polster zu bilden, das man irgendwann einmal brauchen könnte. Am grundsätzlichen Wert einer solchen Vorsorge hat sich seit dem Mailänder Kongress auch nichts geändert. Nur beim früheren klassischen Sparen auf Sparkonten setzt sich aus gutem Grund der aktuelle Abwärtstrend fort: Hier verliert das Geld tatsächlich eher an Wert, als dass es dem Vermögensaufbau dient.

1050x430_weltspartag

Aus Sparen wird Investieren – gut so!

Spürbaren Aufwind verzeichnet dagegen das Investieren in Wertpapiere, insbesondere in Aktien und Anleihen von nachhaltig wirtschaftenden Unternehmen. Das regelmäßige Sparen mit Investmentfonds, die solche Papiere enthalten, ist im Prinzip so einfach wie das Einzahlen von Geld auf Sparkonten. Der Unterschied: Auf langer Sicht profitiert man vom Zinseszinseffekt. Ein Beispiel dafür ist der SSKM Nachhaltigkeit Invest der Stadtsparkasse München, der nun seinen ersten Geburtstag nach einem erfolgreichen Jahr feiert.

Sparen ist also nach wie vor wichtig und vernünftig, um sich eine finanzielle Basis aufzubauen, die später als Sicherheitspolster, Altersvorsorge oder sogar als Einkommensquelle dienen kann. Diese Erkenntnis setzt sich auch bei jüngeren Menschen laut einer repräsentativen Umfrage zunehmend durch: In der aktuellen Jugendstudie des Bankenverbands zu Wirtschaftsverständnis und Finanzkultur gibt bereits jeder dritte Jugendliche die genannten Ziele als Sparmotiv an. Für den kommenden Weltspartag 2021 sicher ein gutes Zeichen.

Diesen Artikel teilen