Ingenieur Hans-Ulrich Möbius auf dem Gelände der „Ehemaligen Bayernkaserne. ©Alexander Djodat

Erfolgsstories München

Codewort: Urban Mining

5. April 2022

Schon mal was von Urban Mining gehört? Übersetzt bedeutet das: Stadtschürfung. Damit sollen Rohstoffe, die sich bereits in unserer Umwelt, in den Städten oder in alltäglichen Produkten befinden, im Wertstoffkreislauf bleiben und nicht auf dem Müll landen. Einer, der sich schon lange damit beschäftigt, ist Dipl.-Ing. Hans-Ulrich Möbius. Seit 30 Jahren ist Möbius in der Baubranche tätig. Recycling war stets Thema bei Projekten wie dem Flughafen Riem, der Alten Messe München sowie der Allianz Arena. In der ehemaligen Bayern-Kaserne im Münchner Norden ist es aktuell an der Tagesordnung. Hans-Ulrich Möbius ist ein Pionier im Bereich Wiederverwertung. In Sachen Abbruch- und Umbauprojekte macht ihm keiner so leicht etwas vor.

©MPM AG
©MPM AG

Derart viele Spezialprojekte brauchen gute Leute. Hans-Ulrich Möbius hat sie in seinem Engineering-Unternehmen DMU Consult. Sohn Stefan, ebenfalls Diplom-Ingenieur, ergänzt die Arbeit seines Vaters mit seiner MPM AG. Das Unternehmen wurde vor drei Jahren gegründet. Auch hier ist Nachhaltigkeit das übergeordnete Thema. Die Schwerpunkte liegen jedoch woanders. Nicht rein technische Dienstleistungen stehen im Fokus wie bei der DMU Consult. Vielmehr geht es um Akquise, Vermarktung und Weiterentwicklung. Um Initiativen und Kooperationen zur Etablierung von grünen Kreisläufen. Für Öffentlichkeitsarbeit zu Themen wie eine funktionierende Kreislaufwirtschaft. Aufgaben, die Stefan Möbius beherrscht und mit großer Leidenschaft umsetzt. Er kommt aus der Medienbranche und hat in namhaften Verlagen gearbeitet.

Moderne Baufeldfreimachung und innovatives Materialrecycling schließen den Kreislauf im Bausektor

Stefan Möbius ©MPM AG

Stefan Möbius © MPM AG

„Wir müssen alle umdenken“, sagt Stefan Möbius. Im Großen wie im Kleinen. In puncto Ernährung, in Sachen Mobilität, in der Textilbranche, im Immobilien- und Bausektor. Deshalb forciert er mit seinem Team den Einsatz von Recyclingmaterial bei möglichst vielen Bauprojekten. Dabei kann er sich immer auf Unterstützung und Rat seines Vaters verlassen, der sich schon vor über 30 Jahren auf das Thema Urban Mining spezialisiert hat.

Die MPM AG steht auf drei Säulen: Materialien, Projektmanagement und Media. Auf dem Gebiet Materialien geht es um etwas ganz Simples: Aus Alt mach Neu. Verwende das, was schon da ist. Stelle aus Abbruch-Beton neuen R-Beton her, aus alten Ziegeln Substrate für Pflanzen, aus alten Bauteilen neue Bauteile. Vieles kann man zum wiederholten Mal verwenden. Viele unnötige Lkw-Kilometer kann man einsparen. Gelingt es, ein Materialrecycling im Bausektor – als einen der größten deutschen Wirtschaftszweige – zu etablieren, werden drei essenzielle Faktoren positiv beeinflusst: der Natur- und Ressourcenschutz, der Klima- und Umweltschutz sowie die Kosten.

Im Geschäftsbereich Projektmanagement fokussiert sich die MPM AG auf die Bereiche Umweltmanagement, Baufeldfreimachung & Materialrecycling, Bau-IT und technisches Facility Management. Aus der Historie heraus kann das Unternehmen auf umfangreiche Kenntnisse zurückgreifen und passgenaue Lösungen anbieten. Schadstoffsanierung und Rückbau, die Planung der Aufbereitung von Recyclingmaterial, die Herstellung von Recyclingprodukten, die Steuerung und Entwicklung individualisierter Digitalisierungsprojekte sind nur einige der Aufgaben, die es zu meistern und idealerweise mit nachhaltigen Kreisläufen abzuwickeln gilt.

Mit dem dritten Standbein engagieren sich Stefan Möbius und seine Crew an Redakteuren, Grafikern und Vertrieblern in der Medienlandschaft. Print, online, Social Media, Events – was State of the Art ist, wird professionell und hochwertig umgesetzt. Das Magazin VIVA MONACO etwa rückt den lokalen Einzelhandel in den Fokus durch Interviews, Reportagen, Fotostrecken, Porträts. Beim Magazin mint geht es um Innovationen und Trends in Rubriken wie Bau, Immobilien, Energie, Reise, Food und Fashion. Nachhaltigkeit ist überall ein Thema.

Vieles an der Philosophie der MPM AG deckt sich mit den Prinzipien der Stadtsparkasse München. „Der Leitgedanke der Nachhaltigkeit ist in unserer Geschäftsstrategie tief verankert“, sagt Regina Stiegeler, die Betreuerin der MPM AG. „Wir leben ihn jeden Tag, begleiten die Menschen und die Wirtschaft in der Region auf dem Weg in eine nachhaltige Zukunft, bieten entsprechende Produkte und Dienstleistungen an, engagieren uns für unsere Stadt und für die Gesellschaft.“

Die MPM AG und der Rohstofflager Stadt e.V. stellen Nachhaltigkeit in den Fokus

Um nachhaltiges Handeln kommt keiner mehr herum. Doch viele betreiben Greenwashing. Meinen, dass allein das Wort Nachhaltigkeit in allerlei Abwandlungen auf der Homepage ausreichend ist. Das Ingenieur-Duo Möbius und das Team reden nicht nur, sondern handeln. Das verwundert nicht bei dieser 30-jährigen Historie der Firma, die sich seit jeher vehement für Recycling eingesetzt hat. Möglichst viel soll nachhaltig werden bei der MPM AG – die Projekte im Bausektor, die Magazine. Gedruckt wird auf umweltfreundlichem Papier – mit wachsendem Digitalangebot als Alternative.

Doch damit immer noch nicht genug. Vor rund einem Jahr hat die MPM AG mit fünf Partnerunternehmen den Rohstofflager Stadt e.V. gegründet. Der Name ist Programm: München hat so viel „guten“ Stoff verbaut, dass sich die Stadt zu einem riesigen Lager für ihre eigenen Baustoffe entwickeln könnte. Im Klartext: Nehmt das, was sowieso schon hergestellt wurde und vorhanden ist und setzt es erneut ein. Damit muss weniger von A nach B oder auf Deponien gefahren werden. Damit müssen dem Umland weniger natürliche Ressourcen entrissen werden. Damit können wir unseren Enkelkindern eine schöne und gesunde Natur vererben anstelle eines chaotisch gemischten oder sogar schadstoffbelasteten Erdreichs.

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