In der Regel vergehen keine fünf Minuten, ohne dass einem ein Streifenwagen in der Innenstadt begegnet. „Die große Sichtbarkeit schafft Vertrauen“, sagt Polizeisprecherin Marina Mozny. Rund 5.500 Polizeibeamte arbeiten bei der Münchner Polizei. Dass unsere Stadt in der Kriminalstatistik so gut abschneidet, liegt aber auch am System. „Hoffnungslose Armut, die zu Kriminalität führt, ist in München seltener als in vielen anderen Metropolen“, bekräftigt Mozny. Brennpunkte gibt es nicht, höchstens einige kritische Schwerpunkte wie den Hauptbahnhof. Deshalb hat die Polizei hier auch einige ihrer elf Überwachungskameras platziert. Andere sind am Stachus und am Sendlinger-Tor-Platz. Viele weitere sind im öffentlichen Personennahverkehr, die aber durch die jeweiligen Betreiber, wie der MVG oder der DB, betrieben werden.

Licht erzeugt Sicherheit

Dass Licht die Sicherheit im Straßenverkehr erhöht und Unfälle reduziert, beweisen zahlreiche Studien und Statistiken. Rund 125.000 Straßenleuchten und 1.100 Ampelanlagen gibt es in München. Unter 089-233 96222 können Sie anrufen, wenn eine ausgefallen ist. „Bei Anruf Licht!“ heißt die Aktion des Baureferats. Bürgerliches Engagement wird hier sogar belohnt: Im Jahr 2018 verloste das Baureferat Geldpreise im Wert von 18.000 Euro sowie zahlreiche Sachpreise unter den Störungsmeldern.

„Licht ist ein relativ günstiges Mittel, um Sicherheit zu erzeugen“, weiß auch Manfred Beck. Als Lichtkünstler bereichert er mit seiner Agentur mbeam die Stadt seit Jahren. Seine Installationen wie die Weihnachtsbeleuchtung am Promenadeplatz und auf dem Viktualienmarkt sowie weitere unvergessliche Lichtinszenierungen sind in erster Linie Kunst. Doch sie erfüllen auch einen Zweck: In akzentuiert beleuchtete Passagen, Tunnels und Straßen geht man lieber als in dunkle. Und: Helle Zonen erhöhen das Sicherheitsgefühl. Relevante Studien bestätigen das.

Selbstbewusstsein ist Trumpf

Auch viele Einrichtungen und Vorkehrungen dürften die positive Statistik der Straftaten pro Einwohner begünstigen. So bietet das Kommissariat 105 des Polizeipräsidiums München zum Beispiel Zivilcourage-Kurse an. Jeder kann sich hier zum Selbstbewusstseinstraining und zu Rollenspielen anmelden. Wer die Polizei aktiv unterstützen will, lässt sich für die Sicherheitswacht ausbilden. Das kann jeder tun und dann etwa fünf Stunden pro Monat in öffentlichen Parks und Anlagen, größeren Wohnsiedlungen und im Umfeld von relevanten Gebäuden oder Einrichtungen seinen Dienst verrichten. Ehrenamtlich. Als Vorbild für jeden einzelnen Bürger. Hinsehen heißt die Devise für unser aller Sicherheit und nicht wegschauen.

Wer sich ernsthaft bedroht fühlt, wählt natürlich die 110. Lieber einmal zu oft. Bei kleinerem Unwohlgefühl tut es manchmal auch die 030-12074183, die Nummer des Heimwegtelefons. Hier plaudert man mit Freiwilligen. Auffallend laut und über alles Mögliche. Verfolger wurden damit schon häufig abgewimmelt.

Alle Narren dürfen sich jedenfalls sicher sein: Während der Faschingszeit stellt die Münchner Polizei sogar noch zusätzliche Überwachungskameras auf dem Marienplatz auf.