München

Arztbesuch in Zeiten der Krise: Das sollten Sie wissen

00. April 2020

Allen Einschränkungen des öffentlichen Lebens zum Trotz: Die Gesund-heitsversorgung hat natürlich weiter Vorrang. Alle Apotheken und Arztpraxen haben deshalb regulär geöffnet und sind vom Maßnahmenpaket der Regierung ausgenommen. Darunter fallen auch Zahnärzte sowie Physiotherapeuten, Ergotherapeuten und Logopäden, sofern sie medizinisch notwendige Behandlungen durchführen. Dennoch empfehlen sich persönliche Besuche nur dann, wenn es absolut unvermeidlich ist. Das dient sowohl dem Schutz des Praxispersonals als auch dem aller Patienten.

Statt Routinebesuch: Anruf oder E-Mail

Für alle, die keiner akuten Hilfe bedürfen, gilt der Appell: Kommen Sie nicht unangemeldet in die Praxis, sondern rufen Sie vorher an und besprechen Sie, ob ein Besuchstermin wirklich notwendig ist. Viele Anliegen lassen sich schon mit einem Anruf klären.

Beispielsweise ist bei schon länger bestehenden chronischen Leiden – wie etwa Bluthochdruck, Arthritis oder Diabetes – ein Besuch in der Praxis nicht zwingend erforderlich, wenn es nur um ein Folgerezept geht. In der Regel genügt es dann, die Praxis per Mail oder telefonisch zu kontaktieren und sich das Rezept nach Hause schicken zu lassen. Eine Ausnahme ist es natürlich, wenn sich die Werte oder das Allgemeinbefinden verschlechtert haben – dann sollte man die Behandlung nicht ohne vorherigen Termin beim Arzt fortsetzen.

Corona oder Erkältung? Prüfen Sie sich selbst

Und was ist, wenn Sie bei sich Symptome bemerken, die eventuell auf eine Corona-Infektion hindeuten könnten? Der wichtigste Rat: Nicht in Panik verfallen, sondern erst einmal Ruhe bewahren und die Beschwerden ein-grenzen. Symptome wie Fieber, Husten oder Halsschmerzen allein können auch auf einen grippalen Infekt hindeuten, also eine relativ harmlose „Erkältung“. Es müssen noch andere Faktoren hinzukommen, die einen konkreten COVID-19-Verdacht begründen. Nur dann ist ein Test auf das Coronavirus sinnvoll und gerechtfertigt, so im Moment der aktuelle Stand der Empfehlungen des Robert-Koch-Instituts (Stand: 31. März 2020).

Welche Kriterien gelten für einen Test?

Wer auf COVID-19 getestet wird, entscheiden die Ärzte in den Testzentren oder Praxen gemäß den aktuellen Empfehlungen des Robert-Koch-Instituts. Demnach müssen insbesondere folgende Voraussetzungen gegeben sein:

  • Sie fühlen sich krank und hatten in den letzten 14 Tagen engen Kontakt zu einer Person, bei der das Coronavirus im Labor nachgewiesen wur-de.
  • Sie verspüren Krankheitszeichen wie etwa Kurzatmigkeit und gehören einer Risikogruppe an – das heißt, Sie leiden an einer Vorerkrankung und/oder sind älter als 60 Jahre.
  • Sie verspüren Krankheitszeichen und kommen bei Ihrer Arbeit oder ehrenamtlichen Tätigkeit mit Menschen in Kontakt, die ein hohes Risiko für schwere COVID-19-Verläufe haben; etwa in Arztpraxen, in Krankenhäusern oder in der Altenpflege.

An welche Anlaufstellen können Sie sich wenden?

Wenn eines der genannten Szenarien auf Sie zutrifft, sollten Sie nicht zögern und sich auf COVID-19 testen lassen. Dazu können Sie sich telefonisch oder per E-Mail an das zuständige Gesundheitsamt, Ihre Hausarztpraxis oder den ärztlichen Bereitschaftsdienst wenden. Letzterer ist täglich rund um die Uhr über die bundesweit einheitliche Telefonnummer 116 117 erreichbar.

In jedem Fall wünschen wir Ihnen, dass der Test negativ ausgeht – also ohne Befund.

Bleiben Sie gesund. Gemeinsam schaffen wir das!