MENSCHEN
Das 185. Münchner Oktoberfest steht kurz bevor

Die Vorfreude steigt bei Münchnern und Gästen aus der ganzen Welt gleichermaßen.

F ür einige wird es die erste Wiesn sein, andere, sogar Menschen von anderen Kontinenten, kommen jedes Jahr. Das größte und berühmteste Volksfest der Welt hält so vieles für seine Besucher bereit, doch keine Wiesn ist wie die vergangene. Wirte, Fahrgeschäfte- und Essensstandbetreiber, Bedienungen und Verkäufer oder Ordnungs- und Rettungskräfte – auch unter ihnen gibt es Alteingesessene sowie Neulinge. Was sie alle eint, ist der Wunsch nach einer friedlichen Wiesn und die Hoffnung auf fröhliche Stimmung sowie gute Umsätze. Mein München stellt drei von ihnen vor und gibt einen Einblick in ihre Geschäfte und ihren Wiesn-Alltag.
Eine echte Münchner Institution auf der Auer Dult und dem Oktoberfest ist der Königlich Bayerische Hofphotograph. Den Betrieb gibt es seit vielen Jahren. Zur diesjährigen Wiesn öffnet er zum ersten Mal unter einem neuen Betreiber. Nikolaus von Fürstenberg und seine Frau Cornelia, die den Fotografen als gelernte Schauspielerin ideal ergänzt, haben den Betrieb von Stephan Bastian übernommen, der ihn 27 Jahre erfolgreich geleitet und den beiden alles Wichtige mit auf den Weg gegeben hat. „Die italienische Sprache zu beherrschen lohnt sich hier, hat er mal zu mir gesagt“, erzählt von Fürstenberg mit einem Lächeln. Aber es sind auch viele Münchner unter den Kunden, Familien beispielsweise, die den typischen Fotostil aus der Jahrhundertwende witzig finden. Es gibt aber auch etliche Stammkunden, die jedes Jahr kommen, um ein neues Foto zu machen. „Ein Pärchen hat sich vor vielen Jahren beim Hofphotographen kennengelernt. Sie kommen jedes Jahr gemeinsam und machen Fotos – inzwischen mit ihren Kindern.“
Das Erlebnis, warum die Kunden gerne hierherkommen, ist ein ganz besonderes. Die Fotos, die mit Positionierung, Sepiastich und auf Wunsch mit entsprechendem Rahmen oder Passepartout eine Hommage an diese besondere Epoche der Fotografie sind, sind nicht nur eine schöne Erinnerung, sie machen vor allem Spaß in der Entstehung. Unzählige Kostüme stehen zur Auswahl. Besonders beliebt sind Bergsteiger, Skifahrer oder für Familienfotos elegante Kleider für die Mutter und zum Beispiel Stock und Zylinder für den Vater, ein klassisches Motiv aus jener Zeit, das wirklich jeder kennt.
Zu finden ist der Königlich Bayerische Hofphotograph dieses Jahr in der Straße 2, zwischen Augustiner-Festhalle und Ochsenbraterei.
Essensstandbetreiber Stefan Ringer kommt aus einer großen Münchner Schausteller-Familie. Seine Ehefrau stammt aus der Autoscooter-Dynastie der Familie Pötsch. Gemeinsam leiten sie heute verschiedene Wiesn-Betriebe. In der Münchner Crepe-Alm, in der Ringer arbeitet und neben ihm fünf weitere Mitarbeiter beschäftigt sind, findet man zur Wiesn-Zeit die leckersten Crepes in ganz München. In verschiedenen Variationen und bei Bedarf serviert mit einem Haferl Kaffee ist der Wiesn-Besucher
mit 3 bis 4,50 Euro für den Crepes und 3 Euro für den Kaffee dabei. Eine Besonderheit hier sind die Bio-Crepes, eine Variante bei der jede einzelne Zutat aus biologischem Anbau stammt. Zu finden ist diese einmalige Köstlichkeit, an der sich Wiesn-Besucher aus allen Ländern erfreuen, in der Matthias-Pschorr-Straße. gegenüber dem Kufflers Weinzelt. Seit vier Jahren sind Ringer und seine Crepes an dieser Stelle auf der Wiesn zu finden. „Eine gute Lage“, erzählt er, wobei er auch schon weiter hinten, Richtung Bavaria, mit seinem Geschäft war. Dort, sagt er, geht noch etwas mehr, aber er ist zufrieden. „Was immer wieder nett ist, ist, wenn‘s einer sichtlich eilig hat und dann zu uns kommt und fragt, wo finde ich denn die Weinburg.“ Er streckt dann nur seinen Arm aus und zeigt auf das riesige, eigentlich nicht übersehbare Zelt gegenüber und lächelt. „Die Leute sind oft so in Eile, weil sie pünktlich zu ihrer Reservierung im Zelt sein müssen oder anderweitig erwartet werden, dass sie es einfach nicht sehen“, erzählt der sympathische Crepes-Chef. Er und seine Frau freuen sich wie immer sehr auf die Wiesn, gesteht er, auf nette Leute, neue Kundschaft und auch auf Freunde und Kollegen. „Ein kleines bisschen Zeit bleibt auch dafür immer noch“, freut er sich.

Zwei Jahre lang war der Hendl-Hut der absolute Renner bei den ausländischen Wiesn-Besuchern. Auch wenn echte Münchner wohl eher mit den Augen rollen, wenn am Nachbartisch Hendlbeine auf australischen Köpfen zucken. Was Geschäftsführer Moritz Gauger von der BavaRoi Kultur+Produkt GmbH mit diesem Souvenir gelungen ist, kann man nur als absoluten Volltreffer bezeichnen. Wenn auf der Wiesn ein Produkt zum Kassenschlager wird, stehen die Chancen gut, dass es sich im nächsten Jahr auch gut verkauft. „Ein Erfolg wie der Hendl-Hut könnte es sogar drei Jahre in Folge zum Bestseller schaffen“, orakelt Gauger, den man wohl inzwischen König der Oktoberfest-Souvenirs nennen darf. Um seine Erfolgsgeschichte zu erzählen, muss Gauger eine kleine Zeitreise machen, zurück in seine Studentenzeit. Bei einem Businessplan-Wettbewerb hatten er und seine Kommilitonen als erste auf dem Oktoberfest Alkoholtests verkauft. Sepp Krätz war damals auf den jungen Mann aufmerksam geworden und holte ihn mit seiner Geschäftsidee ins erste Wiesn-Zelt und so kam eines zum anderen. Natürlich hat Gauger den ersten Platz belegt bei dem Wettbewerb und natürlich sind Alkoholtests auch heute noch Bestandteil des Sortiments. In den Bauchläden und Shops, die es in einigen Zelten gibt, gehen aber noch ganz andere Artikel über die Ladentheke. Münchner zählt Gauger eher selten zu seinen Kunden, denn wer kauft schon zu Hause Souvenirs? „Aber Touristen wollen eigentlich immer etwas mitnehmen, das sie an das Zelt erinnert“, verrät Gauger. „Am besten etwas, wo auch der Name des Zeltes draufsteht.“ Gebrandete Masskrüge und T-Shirts verkaufen sich daher in den Zelten besonders gut. Generell haben alle Souvenirs in irgendeiner Form einen Bezug zu Bayern sowie zur Wiesn und so gehen auch Dauerbrenner wie beschriebene Wäscheklammern oder Teddybären in Lederhosen immer gut. Und auch Firmenveranstaltungen auf dem Oktoberfest sind ein gutes Geschäftsfeld, erzählt Gauger weiter: „Wenn der Chef mit acht, neun Kunden am Tisch sitzt, kommt es oft vor, dass wir ein Foto mit zehn Abzügen oder mehr verkaufen.“

Die Frage, was denn der nächste Souvenir-Renner auf dem Oktoberfest sein wird, kann der Unternehmer nicht beantworten. Aber immerhin verrät er exklusiv für Mein München, dass es dieses Jahr erstmalig blinkende Blumenkränze als Kopfschmuck für die Damenwelt geben wird. Auch da mag der Münchner wieder mit den Augen rollen, doch am Ende dürfte diese Neuerung bald in so mancher Instagram-Story von australischen Usern wiederzufinden sein.
Das 185. Münchner Oktoberfest steht kurz bevor

Die Vorfreude steigt bei Münchnern und Gästen aus der ganzen Welt gleichermaßen.

F ür einige wird es die erste Wiesn sein, andere, sogar Menschen von anderen Kontinenten, kommen jedes Jahr. Das größte und berühmteste Volksfest der Welt hält so vieles für seine Besucher bereit, doch keine Wiesn ist wie die vergangene. Wirte, Fahrgeschäfte- und Essensstandbetreiber, Bedienungen und Verkäufer oder Ordnungs- und Rettungskräfte – auch unter ihnen gibt es Alteingesessene sowie Neulinge. Was sie alle eint, ist der Wunsch nach einer friedlichen Wiesn und die Hoffnung auf fröhliche Stimmung sowie gute Umsätze. Mein München stellt drei von ihnen vor und gibt einen Einblick in ihre Geschäfte und ihren Wiesn-Alltag.
Eine echte Münchner Institution auf der Auer Dult und dem Oktoberfest ist der Königlich Bayerische Hofphotograph. Den Betrieb gibt es seit vielen Jahren. Zur diesjährigen Wiesn öffnet er zum ersten Mal unter einem neuen Betreiber. Nikolaus von Fürstenberg und seine Frau Cornelia, die den Fotografen als gelernte Schauspielerin ideal ergänzt, haben den Betrieb von Stephan Bastian übernommen, der ihn 27 Jahre erfolgreich geleitet und den beiden alles Wichtige mit auf den Weg gegeben hat. „Die italienische Sprache zu beherrschen lohnt sich hier, hat er mal zu mir gesagt“, erzählt von Fürstenberg mit einem Lächeln. Aber es sind auch viele Münchner unter den Kunden, Familien beispielsweise, die den typischen Fotostil aus der Jahrhundertwende witzig finden. Es gibt aber auch etliche Stammkunden, die jedes Jahr kommen, um ein neues Foto zu machen. „Ein Pärchen hat sich vor vielen Jahren beim Hofphotographen kennengelernt. Sie kommen jedes Jahr gemeinsam und machen Fotos – inzwischen mit ihren Kindern.“
Das Erlebnis, warum die Kunden gerne hierherkommen, ist ein ganz besonderes. Die Fotos, die mit Positionierung, Sepiastich und auf Wunsch mit entsprechendem Rahmen oder Passepartout eine Hommage an diese besondere Epoche der Fotografie sind, sind nicht nur eine schöne Erinnerung, sie machen vor allem Spaß in der Entstehung. Unzählige Kostüme stehen zur Auswahl. Besonders beliebt sind Bergsteiger, Skifahrer oder für Familienfotos elegante Kleider für die Mutter und zum Beispiel Stock und Zylinder für den Vater, ein klassisches Motiv aus jener Zeit, das wirklich jeder kennt.
Zu finden ist der Königlich Bayerische Hofphotograph dieses Jahr in der Straße 2, zwischen Augustiner-Festhalle und Ochsenbraterei.
Essensstandbetreiber Stefan Ringer kommt aus einer großen Münchner Schausteller-Familie. Seine Ehefrau stammt aus der Autoscooter-Dynastie der Familie Pötsch. Gemeinsam leiten sie heute verschiedene Wiesn-Betriebe. In der Münchner Crepe-Alm, in der Ringer arbeitet und neben ihm fünf weitere Mitarbeiter beschäftigt sind, findet man zur Wiesn-Zeit die leckersten Crepes in ganz München. In verschiedenen Variationen und bei Bedarf serviert mit einem Haferl Kaffee ist der Wiesn-Besucher mit 3 bis 4,50 Euro für den Crepes und 3 Euro für den Kaffee dabei.

Eine Besonderheit hier sind die Bio-Crepes, eine Variante bei der jede einzelne Zutat aus biologischem Anbau stammt. Zu finden ist diese einmalige Köstlichkeit, an der sich Wiesn-Besucher aus allen Ländern erfreuen, in der Matthias-Pschorr-Straße. gegenüber dem Kufflers Weinzelt. Seit vier Jahren sind Ringer und seine Crepes an dieser Stelle auf der Wiesn zu finden. „Eine gute Lage“, erzählt er, wobei er auch schon weiter hinten, Richtung Bavaria, mit seinem Geschäft war.

Dort, sagt er, geht noch etwas mehr, aber er ist zufrieden. „Was immer wieder nett ist, ist, wenn‘s einer sichtlich eilig hat und dann zu uns kommt und fragt, wo finde ich denn die Weinburg.“ Er streckt dann nur seinen Arm aus und zeigt auf das riesige, eigentlich nicht übersehbare Zelt gegenüber und lächelt. „Die Leute sind oft so in Eile, weil sie pünktlich zu ihrer Reservierung im Zelt sein müssen oder anderweitig erwartet werden, dass sie es einfach nicht sehen“, erzählt der sympathische Crepes-Chef. Er und seine Frau freuen sich wie immer sehr auf die Wiesn, gesteht er, auf nette Leute, neue Kundschaft und auch auf Freunde und Kollegen. „Ein kleines bisschen Zeit bleibt auch dafür immer noch“, freut er sich.

Zwei Jahre lang war der Hendl-Hut der absolute Renner bei den ausländischen Wiesn-Besuchern. Auch wenn echte Münchner wohl eher mit den Augen rollen, wenn am Nachbartisch Hendlbeine auf australischen Köpfen zucken. Was Geschäftsführer Moritz Gauger von der BavaRoi Kultur+Produkt GmbH mit diesem Souvenir gelungen ist, kann man nur als absoluten Volltreffer bezeichnen.

Wenn auf der Wiesn ein Produkt zum Kassenschlager wird, stehen die Chancen gut, dass es sich im nächsten Jahr auch gut verkauft. „Ein Erfolg wie der Hendl-Hut könnte es sogar drei Jahre in Folge zum Bestseller schaffen“, orakelt Gauger, den man wohl inzwischen König der Oktoberfest-Souvenirs nennen darf. Um seine Erfolgsgeschichte zu erzählen, muss Gauger eine kleine Zeitreise machen, zurück in seine Studentenzeit. Bei einem Businessplan-Wettbewerb hatten er und seine Kommilitonen als erste auf dem Oktoberfest Alkoholtests verkauft. Sepp Krätz war damals auf den jungen Mann aufmerksam geworden und holte ihn mit seiner Geschäftsidee ins erste Wiesn-Zelt und so kam eines zum anderen.

Natürlich hat Gauger den ersten Platz belegt bei dem Wettbewerb und natürlich sind Alkoholtests auch heute noch Bestandteil des Sortiments. In den Bauchläden und Shops, die es in einigen Zelten gibt, gehen aber noch ganz andere Artikel über die Ladentheke. Münchner zählt Gauger eher selten zu seinen Kunden, denn wer kauft schon zu Hause Souvenirs? „Aber Touristen wollen eigentlich immer etwas mitnehmen, das sie an das Zelt erinnert“, verrät Gauger.

„Am besten etwas, wo auch der Name des Zeltes draufsteht.“ Gebrandete Masskrüge und T-Shirts verkaufen sich daher in den Zelten besonders gut. Generell haben alle Souvenirs in irgendeiner Form einen Bezug zu Bayern sowie zur Wiesn und so gehen auch Dauerbrenner wie beschriebene Wäscheklammern oder Teddybären in Lederhosen immer gut. Und auch Firmenveranstaltungen auf dem Oktoberfest sind ein gutes Geschäftsfeld, erzählt Gauger weiter: „Wenn der Chef mit acht, neun Kunden am Tisch sitzt, kommt es oft vor, dass wir ein Foto mit zehn Abzügen oder mehr verkaufen.“

Die Frage, was denn der nächste Souvenir-Renner auf dem Oktoberfest sein wird, kann der Unternehmer nicht beantworten. Aber immerhin verrät er exklusiv für Mein München, dass es dieses Jahr erstmalig blinkende Blumenkränze als Kopfschmuck für die Damenwelt geben wird. Auch da mag der Münchner wieder mit den Augen rollen, doch am Ende dürfte diese Neuerung bald in so mancher Instagram-Story von australischen Usern wiederzufinden sein.

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