Vivien Kreitl

Vivien Kreitl

MENSCHEN
Aus Liebe zur Perfektion

Im Gärtnerplatzviertel pulsiert Münchens bunteste Szene. Auch Vivien Kreitl fühlt sich hier mit ihrem Atelier für Maßhemden so richtig angekommen.


V or rund zwei Jahren wurde das Traditionsgeschäft „Schranz Maßhemden“ aus Altersgründen beinahe aufgegeben. Die Münchnerin Vivien Kreitl hat es übernommen und ihm in der Reichenbachstraße ein modernes Gesicht gegeben.
Was erwartet Ihren Kunden, wenn er im ersten Stock in der Reichenbachstraße läutet?

Vivien Kreitl: Maßhemden in erster Linie, aber auch Schlafanzüge, Morgenmäntel und Boxershorts. Wie all die Jahre, seit Alfred Schranz die Firma im Jahr 1949 gegründet hat. Inzwischen gibt es auch Damenblusen und demnächst Hemdblusenkleider.


Sehr einladend und schick ist Ihr Atelier. Arbeiten Sie allein hier?

Kreitl: Das würde ich gar nicht mehr schaffen. Ich werde von Nicole und Luzi unterstützt, meinen zwei Schneiderinnen. Zudem hilft uns regelmäßig eine Zuschneiderin.

Das bedeutet: Alles wird hier im Haus produziert?

Kreitl: Richtig. Es ist mein oberstes Prinzip, lokal zu denken und zu handeln und nicht mit Billigkräften in anderen Ländern zu arbeiten. Nur die hochwertigen Stoffe kommen aus Italien, aus England und aus der Schweiz.

Sie waren viel in der Welt unterwegs. Eine internationale Karriere in der Modebranche kam für Sie nicht infrage?

Kreitl: Nein, das wollte ich nie. Obwohl ich in England am „London College of Fashion“ studiert und parallel auch mein eigenes Label Vivien K. gegründet habe. Aber nach meinen Ausflügen in die New Yorker und Pariser Modewelt zog es mich wieder zu meinen Wurzeln nach München. Hier habe ich alles, was ich mir wünsche: Freunde, Familie, ein großes Netzwerk.

Zurück in der Heimat haben Sie sich gleich ins Hemdengeschäft gestürzt?

Kreitl: Die Übernahme von Schranz Maßhemden stand gerade an. Ich hatte das Unternehmen schon von einem meiner Praktika lieb gewonnen und dachte mir: Eine Handwerkskunst wie diese darf doch nicht einfach verschwinden! Da wagte ich den Sprung ins kalte Wasser - ohne betriebswirtschaftlichen Hintergrund.

Da hat Sie doch hoffentlich jemand unterstützt ...

Kreitl: Ich habe einige Mentoren, persönliche Berater und Unterstützer in München. Herr Böck von der Stadtsparkasse ist eine dieser Vertrauenspersonen. Wenn es um die Finanzen geht, sind er und auch sein Team immer für mich da.

Was steht noch so an? Haben Sie Pläne?

Kreitl: Auf jeden Fall, ich bin ja erst 28. Ich arbeite an meiner eigenen Modelinie Vivien K. Wenn die Zeit es erlaubt, zieht es mich in die Welt hinaus – wo ich mich von anderen Kulturen inspirieren lasse. Auf meinen Reisen bin ich immer sehr interessiert an der jeweiligen Modeindustrie, und habe schon einige Produktionsstätten (und deren Herstellungsarten und Standards) in verschiedensten Ländern dieser Welt besichtigt. Qualität und Arbeitsbedingungen waren entsprechend. Da freue ich mich dann wieder auf mein Atelier, meine Stoffe und meine Mitarbeiterinnen.

2 Kommentare

  1. Maier Joh. sagt:

    Liebe Frau Kreitl,
    wieviel Euro muss ich denn für ein tolles Maßhemd bei Ihnen anlegen ?
    Das Stöffchen schon im Premiumsegment, im Schnitt aber als Businesshemd.
    Größe in XXL darf es wohl sein.
    Viele Grüße

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.