MENSCHEN
03.07.2018
Work Cafe Balance

Die Primo Cafebars sind nicht nur ganz besondere Orte in Unternehmen, sondern auch zu 100 Prozent klimaneutral. Aber was bedeutet das eigentlich genau?

K limaneutral lebt und handelt, wer seine CO2-Emissionen bestmöglich reduziert und die verbliebenen Emissionen kompensiert. Die Brüder Berner ziehen das in ihren Cafebars vorbildlich und konsequent durch und arbeiten an weiteren verantwortungsbewussten Strategien.

Erklären Sie uns Ihr besonderes Konzept, Herr Berner.

Robert Berner: Unser Unternehmen ist seit 2013 vollständig klimaneutral vom Filialbetrieb bis hin zum gesamten Wareneinsatz. Zur CO2-Kompensation pflanzen wir Bäume.

Warum liegen dann Kunststoff-/Alupackungen im Regal?

Berner: Wir arbeiten daran, sie durch umweltfreundliche Alternativen zu ersetzen. So, wie wir generell die Dinge schrittweise verbessern, zum Beispiel Mehrwegbecher statt Pappbecher anbieten und energiesparende Geräte einsetzen. Wobei „klimaneutral“ nicht heißt, dass man keinerlei CO2-Emissionen verursacht, sondern so wenige wie möglich und diese dann kompensiert.
Wie sieht das in der Realität aus?

Berner: Unsere Kaffeebohnen kommen aus Brasilien, Mittelamerika, Indien und Afrika und sind alle Fair oder Direct Trade. Darüber hinaus erfassen wir alle CO2-relevanten Werte in unserem „Excel-Monster“: Kaffee, Milch, Zucker, Gebäck, Müllsäcke, Arbeitskleidung, Dienstreisen, Fahrzeuge etc. bis hin zur Anfahrt unserer Mitarbeiter zum Arbeitsplatz. Alles, wofür wir ursächlich verantwortlich sind, gleichen wir wieder aus, indem wir in faire und sozial nachhaltige Aufforstungsprojekte in zum Beispiel Äthiopien oder Bolivien investieren.
Ist Ihnen das auch persönlich ein Anliegen?

Berner: Mein Bruder und ich sind Familienväter und wir möchten unseren Kindern ein Vorbild sein, was den Klimaschutz betrifft. Wir halten den Klimawandel für eines der drängendsten Probleme unserer Zeit. In vielen Köpfen ist das leider noch nicht angekommen.

Deshalb haben Sie Primo Espresso gegründet?

Berner: Nein. Als wir vor 15 Jahren anfingen, wollten wir zunächst einfach größere Unternehmen mit unseren Cafebars bereichern – für Pausen, Meetings, spontane Treffen. Dafür ehrte uns die Stadtsparkasse mit dem Münchner Gründerpreis.

Hat sich die Idee gelohnt?

Berner: Auf alle Fälle! Unsere erste Primo Cafebar im Technischen Rathaus in München kam so gut an, dass wir inzwischen rund 40–mal deutschlandweit in unterschiedlichsten Unternehmen zu finden sind.

Was wünschen Sie sich?

Berner: Noch eine kleine, feine Primo Cafebar im Herzen von München, wo man am Samstag zwischen den Einkäufen tolle Kaffeespezialitäten und ein paar Snacks bekommt und auftanken kann.
„Primo Espresso hat das Zeug zum Erfolg: hervorragenden Kaffee, Bodenständigkeit und eine gesunde Einstellung zum Wachstum“, sagt Beraterin Andrea Rinke von der Stadtsparkasse und ergänzt: „Robert und Richard Berner haben zudem erkannt, was in der digitalen Welt von heute wichtig ist: Die Menschen brauchen reale Orte, um sich dort persönlich gegenüberzustehen und ihre Gedanken austauschen zu können, besonders am Arbeitsplatz, wo man doch so viel Zeit verbringt.“
Der Münchner Gründerpreis im Jahr 2004 beflügelte die Brüder mit den italienischen Wurzeln, die Idee mit den Kommunikationsinseln zu etablieren. Dass ihr Unternehmen seit 2013 zu 100 Prozent klimaneutral ist, liegt nicht zuletzt an ihrem persönlichen Wunsch, unsere Erde zu erhalten. „Die Berners sind supersympathisch und leben für ihr Produkt“, betont Andrea Rinke und findet: „Es ist eine tolle Geschichte, wie sich Münchner Unternehmen entwickeln können.“

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