Menschen
14.11.2018
Bahn frei für die digitale Gleisüberwachung

Ein Start-up möchte die Bahnbranche revolutionieren. Werden die Züge der Zukunft dann tatsächlich pünktlicher?

K ONUX könnte wegweisend sein. Nicht nur für die Bahn, sondern auch für andere Industrien. Das junge Münchner Unternehmen hat Sensoren entwickelt, die dank künstlicher Intelligenz wissen, wenn Schwingungen im Gleisbett extrem zugenommen haben. Das System schlägt Alarm, noch bevor die Abnutzung zu groß ist und Weichenstörungen entstehen. Stark beanspruchte oder gar defekte Teile können somit rechtzeitig ausgetauscht werden, die Verfügbarkeit vom voll funktionstüchtigen Gleis wird erhöht, die Züge kämen nicht mehr zu spät. Ganz einfach eigentlich, die Digitalisierung des Bahnnetzes.

„Wir wollen dafür sorgen, dass Züge pünktlich fahren und viele Menschen ihre Arbeit einfacher, sicherer und effizienter erledigen können“, formuliert KONUX das oberste Ziel kurz und knapp. Kein Wunder, dass sich die Deutsche Bahn schnell für die Technologie von KONUX interessiert hat. Auch auf Fördergelder musste man nicht lange warten. Aus dem Silicon Valley kommen mehrfache Millionenbeträge. Namhafte Investoren glauben an die Idee und an das Potenzial von KONUX. Dabei gibt es das Unternehmen noch nicht einmal fünf Jahre.

Mit einem kleinen Grüppchen ambitionierter Studenten und Berufsanfänger fing alles an
KONUX wird im Jahr 2014 von Andreas Kunze, Vlad Lata und Dennis Humhal gegründet. Heute hat das Unternehmen über 40 Mitarbeiter. Der Altersdurchschnitt liegt etwas über 30 Jahre. Doch Kunze hat erkannt, dass auch langjähriges Expertenwissen wichtig für KONUX ist. Deshalb hat er sich die richtigen Leute geholt. Hans-Jürgen Croissant zum Beispiel. Der fast doppelt so alte Profi ist die Idealbesetzung für PR und Öffentlichkeitsarbeit, seit vielen Jahren mit der Kommunikationsbranche vertraut, Berater für rund ein Dutzend Start-ups.
„Die Idee, von der prüfenden Instandhaltung weg und hin zur vorausschauenden, war für mich eine ganz tolle“, sagt der Unternehmenssprecher und verrät: „Die neuen Lösungen könnten künftig auch andere Industrien bereichern. Zunächst aber konzentriert sich KONUX ausschließlich auf die Eisenbahn.“ Neben der Deutschen Bahn ist KONUX unter anderem für die schwedischen und französischen Bahnen tätig. Warum keiner früher auf die bahnbrechende Idee mit den smarten Sensoren für rundum gesunde Weichen kam? „Künstliche Intelligenz entwickelt sich gerade erst – und damit neue Geschäftsmodelle“, sagt Croissant.
Auch Anja Bauer ist enthusiastisch. Als Expertin im ExistenzgründungsCenter der Stadtsparkasse München begleitet und berät sie KONUX von Anfang an und kennt das Start-up gut. „KONUX ist ein Vorzeigebeispiel für den gelungenen Übergang von einem Universitätsprojekt hin zu einem erfolgreichen Unternehmen“, erzählt sie und lobt das junge, hochqualifizierte und ambitionierte Gründerteam in höchsten Tönen.

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