In der griechischen Mythologie war Europa einst die Tochter eines phönizischen Königs, die von dem als Stier auftretenden Gott Zeus nach Kreta entführt wurde. Heute steht der Name der sagenhaften Königstochter für einen Kontinent, der in weiten Teilen über eine gemeinsame Währung verfügt. Ein Porträt der entführten Europa, entlehnt dem Motiv einer im Pariser Louvre ausgestellten Vase, taucht jetzt auch wieder in Wasserzeichnen und Hologrammen der neuen 100- und 200-Euro-Scheine auf. Sie kommen vom 28. Mai 2019 an in allen 19 Mitgliedsstaaten des Euroraums in Umlauf und enthalten zum Schutz vor Fälschungen zusätzlich zwei völlig neue Sicherheitsmerkmale.

Etwas kleiner und noch schwerer zu fälschen

Die 100- und 200-Euro-Scheine der zweiten Generation vervollständigen die sogenannte Europa-Serie, zu der schon die bereits in den Vorjahren neu eingeführten 5-Euro-, 10-Euro-, 20-Euro- und 50-Euro-Banknoten gehören. Das Eurosystem – also die EZB und die 19 nationalen Zentralbanken des Euroraums – musste die Banknoten an aktuelle technische Möglichkeiten anpassen, um den neuesten Sicherheitsstandards gerecht zu werden. Darüber hinaus sind die neuen Scheine etwas kleiner als ihre Vorläufer. Sie passen so besser in die Geldbörse, knicken weniger und nutzen sich deshalb nicht so schnell ab.

Silberstreifen mit neuem Hologramm

Die Echtheit der beiden neuen Banknoten lässt sich leicht durch einen Test nach dem Prinzip „Fühlen-Sehen-Kippen“ prüfen. Eine Reihe von Sicherheitsmerkmalen befindet sich auf dem Silberstreifen nahe dem rechten Rand der Scheine:

  • Ganz oben ist ein Satelliten-Hologramm angebracht, bei dem sich – sobald man den Schein kippt – verschiedene Euro-Symbole um die Wertzahl des Scheins drehen. Dies ist eine der beiden Sicherheitsinnovationen der Scheine, wobei die Euro-Symbole im direkten Licht besser zu erkennen sind.
  • Wie bei den 20-Euro- und den 50-Euro-Scheinen erscheint im Silberstreifen auch ein Porträtfenster mit der Europa, sobald man den Schein gegen das Licht hält. Die Königstochter Europa taucht im Licht zudem schemenhaft als Wasserzeichen auf der Vorder- und Rückseite der Scheine auf.
  • Ebenfalls in dem Streifen am rechten Rand sind in der unteren Hälfte beim Kippen das Hauptmotiv eines Bauwerks sowie das €-Zeichen zu erkennen

Smaragdzahl als Fälschungsschutz

Das zweite völlig neue Sicherheitsmerkmal befindet sich am linken unteren Rand der Scheine. Dort läuft beim Kippen der Banknote auf der glänzenden Smaragdzahl ein Lichtbalken auf und ab, während die Zahl – auf der jetzt auch €-Symbole zu erkennen sind – gleichzeitig ihre Farbe von Smaragdgrün zu Tiefblau verändert.

Die Sicherheit ertasten

Hauptmotiv der Scheine sind Fantasiegebäude. Sie können ebenso wie die Schrift und die große Wertzahl als Relief ertastet werden. Das hilft auch Sehbehinderten. Der schnellen Überprüfung der Echtheit dienen darüber hinaus die tastbaren Relieflinien am rechten und linken Rand der Banknoten. Sie sind beim 100-Euro-Schein einmal und beim 200-Euro-Schein zweimal unterbrochen.

Alte 100- und 200-Euro-Scheine bleiben gültig

Eine Zeit lang werden alte Banknoten und die der neuen Serien parallel im Umlauf sein, wobei die Scheine der ersten Serie schrittweise aus dem Verkehr genommen werden. Ihre Zahl nimmt also ab. Sie können aber unbefristet bei den Notenbanken eingetauscht werden.