Banking-Tipp
12.12.2018
Das Ende des 500-Euro-Scheins

Die EZB schafft die größte Euro-Banknote schrittweise ab. Welche Gründe sie dafür hat und was Sie jetzt wissen sollten, wenn Sie solche Geldscheine noch besitzen, erfahren Sie hier.

V or vier Jahren wurden sie zum letzten Mal gedruckt. Am 26. April 2019 werden die Deutsche Bundesbank und die Österreichische Nationalbank die 500-Euro-Scheine nun auch zum letzten Mal ausgeben. Alle anderen nationalen Zentralbanken des Eurosystems stellen die Ausgabe mit dem 26. Januar 2019 ein. Doch was geschieht mit den in lila Farbe gehaltenen Banknoten, die noch im Umlauf sind? Stehen Besitzer solcher Scheine jetzt unter Handlungsdruck und ist die Abschaffung der größten Euro-Banknote womöglich gar ein Indiz dafür, dass Bargeld Stück für Stück abgeschafft wird?

Die EZB nennt klare Gründe

Die Europäische Zentralbank (EZB) hat die schrittweise Abschaffung der 500-Euro-Scheine beschlossen, um Terrorfinanzierung, Schwarzarbeit und Geldwäsche besser bekämpfen zu können. Denn je höher der aufgedruckte Wert eines Geldscheins ist, desto leichter lassen sich damit beispielsweise große Geldsummen transportieren und lagern. So wiegen eine Million Euro aufgeteilt in 50er-Scheine immerhin 22 Kilogramm. Bei der Verwendung von 500er-Scheinen dagegen sind es nur rund 2,2 Kilogramm. Allerdings bezweifeln Experten, dass sich kriminelle Machenschaften durch die Abschaffung der 500-Euro-Scheine wirklich eindämmen lassen. Auf viele Fragen, die den Bürger betreffen, gibt es jedoch klare Antworten:

Droht das Ende des Bargelds?
Die Antwort darauf ist ein klares Nein. Weder Politiker in Deutschland noch Mitglieder der EZB fordern einen solchen Schritt. Auch die Bundesbürger wollen auf ihre Münzen und Scheine im Portemonnaie nicht verzichten, obwohl sie weiter die Vorteile des bargeldlosen Zahlungsverkehrs mit Kreditkarten, Online-Überweisungen und Smartphone entdecken. Dennoch: Nicht einmal ein Zehntel aller Befragten findet es Umfragen zufolge gut oder sehr gut, Bargeld ganz abzuschaffen.

Was geschieht mit den 500-Euro-Scheinen, die ich noch besitze?
Die im Umlauf befindlichen 500er-Banknoten behalten ihren Wert und Geschäfte müssen sie weiterhin als gesetzliches Zahlungsmittel akzeptieren. Ebenso können Sie die lilafarbenen Scheine unbegrenzt bei Kreditinstituten einzahlen oder umtauschen. Die nationalen Zentralbanken tauschen 500-Euro-Scheine der ersten Serie zeitlich unbefristet zum Nennwert in Banknoten der aktuellen Serie um. Die nach dem letzten Ausgabetag bei der jeweiligen nationalen Zentralbank eingezahlten oder umgetauschten 500er werden aber nicht wieder in Umlauf gegeben.

Warum entscheidet die EZB über die Geldscheine?
Als Währungsbehörde des Euro-Raums genehmigt sie die Ausgabe von Euro-Banknoten durch nationale Zentralbanken und legt die Werte der Scheine fest. In Deutschland übernimmt die Deutsche Bundesbank die Ausgabe der Banknoten.

Schaffen Länder außerhalb des Euro-Raums auch ihre großen Scheine ab?
In vielen großen Staaten stellt sich diese Frage gar nicht. In den USA ist der 100-Dollar-Schein die Banknote mit dem höchsten Wert. Großbritannien begnügt sich sogar mit dem 50-Pfund-Schein als wertvollste Banknote. Die Schweiz dagegen will weiter an ihrem 1.000-Franken-Schein festhalten.

Das Ende einer Ära, aber kein Grund zur Sorge
In anderen europäischen Ländern wie Italien und Frankreich gab es schon vor der Umstellung auf Euro keine besonders wertvollen Banknoten in ihrer Landeswährung. Der 1.000-DM-Schein in Deutschland hatte umgerechnet jedoch einen ähnlichen Wert wie der 500-Euro-Schein. Somit geht mit dessen Abschaffung zwar ein kleines Stück Geldgeschichte zu Ende. Ein Anlass zur Sorge ist das aber nicht.

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Nikolaus Welter
Gast
Nikolaus Welter

Zum Gebrauchtwagenkauf würde ich noch immer 500er Scheine mitnehmen wollen. Mit Bargeld winken, bietet bessere Chancen den Kaufpreis zu verhandeln.

Tom
Gast
Tom

Die Autohändler werden sich freuen, wenn Sie mit Reisekoffer den Ferrari oder Porsche kaufen wollen… Naja, als ob im Internet das Geld sicherer wäre… Besser wäre, in die großen Scheine einen Chip oder GPS-Sender einzubauen, dann würde man auch die Terroristen besser verfolgen können, oder? Nachdem ich selbst eher selten so große Scheine habe (und wenn, dann zahle ich sie gleich aufs Konto ein;)), habe ich persönlich kein Problem damit, finde aber die Aktion unnötig und wenig sinnvoll. Aber so ein Institut wie die EZB braucht auch solche Aktionen, um Ihr Dasein zu rechtfertigen… Schöne Feiertage un ein gutes neues… Weiterlesen »

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